Immer freundlich sein! Henry bereitet sich auf die USA vor.

Henry Parzefall, PPPler für das Jahr 2012/2013, berichtet vom Vorbereitungsseminar in Weimar. "Endlich nach langem Warten ging es am 15.4.2012 los! Auf zur PPP-Vorbereitungswoche in Weimar!!! Ich hatte schon vorher das Programm des Seminares erhalten und war dementsprechend gespannt, was diese Woche an Überraschungen und wertvollen Tipps für das Auslandsjahr mit sich bringen wird. Zum Glück hatte ich mich mit der PPPlerin aus Freiburg für die Zugfahrt verabredet und so ging es, dank der Unterhaltung, nicht lang bis wir Weimar erreichten.

Am Bahnhof sahen wir schon ein paar Mädchen und Jungs in unserem Alter, die  den gleichen Bus nehmen wollten und das gleiche Ziel hatten wie wir. Schnell war klar, dass es sich ebenfalls um PPPler handelte. Gemeinsam nahmen wir dann den Bus zur EJBW, wo wir sogleich auf unsere Zimmer aufgeteilt wurden. Nachdem wir unsere Koffer ausgepackt und unsere Zimmer bezogen hatten, ging es auch schon mit dem Programm los. Dieses Programm war, wie es sich nach dem Kennenlernen herausstellte sehr umfassend und hätte meiner Meinung nach gut zwei Wochen komplett ausfüllen können. Es bestand aus zwei Teilen: Dem Deutschlandpolitischen Teil und USA-politischen Teil. Die Anfangs sehr komplexen Themen wurden im Laufe des ersten Teils von unseren Betreuern Martin und Tanja spielerisch an uns weitergegeben und ich war durchgehend begeistert von den Themen, wie z.B. Identität und Deutsche Geschichte, DDR und BRD und Interkulturelles Lernen. Der Höhepunkt und zugleich der Tiefpunkt war für mich der Besuch im Konzentrationslager Buchenwald, welcher die Stimmung innerhalb der Gruppe verständlicherweise sehr drückte. Es war mir aber wichtig,  mich mit diesem sehr dunklen Teil der deutschen Geschichte zu beschäftigen, da ich der Meinung bin man sollte niemals  vergessen, was damals passiert ist. Auch war für mich die folgende Auswertung des KZ-Besuchs wichtig, bei der es darum ging, wie man mit der Konfrontation eben dieses heiklen Themas im Ausland umgehen sollte.
Damit war der erste Teil auch schon rum und ich stellte hier schon fest, welche Dynamik und welcher Zusammenhalt innerhalb der Gruppe bestand und wie schwer der Abschied werden würde. Als Abschluss hatten unsere Betreuer und ehemaligen Austauschschüler von AFS, welche den zweiten Teil der Woche übernahmen, eine Abschlussparty zum Deutschlandpolitischen Teil vorbereitet. Auch hier war wieder deutlich, wie sehr der Zusammenhalt in der Gruppe gewachsen war.
Am nächsten Morgen ging es dann, zwar ziemlich verschlafen aber top-gelaunt, im USA-politischen Teil weiter. Dieser begann wiederrum mit einem Vortrag zur Amerikanischen Geschichte, welcher von den Betreuern vorbereitet wurde. Am wertvollsten waren für mich jedoch die Tipps der Betreuer, auf was man in den USA achten sollte, damit man sich keine groben Fehltritte erlaubt und somit Leute  beleidigen könnte. Die einfachste Regel war: IMMER FREUNDLICH SEIN!
Amerikaner fragen oft zur Begrüßung nach dem Wohlbefinden und möchten eigentlich nur höflich sein und man sollte darauf genauso höflich antworten und seine Sorgen für sich behalten.
Auch spannend waren die kleinen Referate, die wir innerhalb kleiner Gruppen vorbereiten sollten. Hier waren politische Institutionen, wie beispielsweise der US-Kongress Thema. Ich konnte dabei feststellen, wie engagiert wir alle waren, da es ja darum ging die anderen über sein Thema zu informieren und dies ebenso von den anderen erwartete.

Die Zeit verging nach der Abschlussparty am Samstagabend wie im Flug, so dass ich gar nicht wahrhaben wollte, dass schon Sonntag war. Eine bedrückte Stimmung machte sich unter uns bemerkbar, da wir nun wussten, dass der Abschied bevorstand und wir uns womöglich bis zum Treffen am Ende des Austauschjahres in Washington DC nicht mehr sehen würden. Es fand nochmals eine Abschlussrunde, bei der wir letzte Fragen stellen durften statt und dann war es an der Zeit alle nochmals und nochmals zu umarmen und sich zu verabschieden. Bei dem Satz: „Bis in einem Jahr! Wir sehen uns in DC!“ war mir schon etwas „mulmig“ zumute.
Nachdem ich mich dann am Bahnhof wieder und wieder verabschiedet hatte, machte ich mich auf die Heimreise.
Abschließend kann ich nur noch einmal betonen, dass die Woche in Weimar eine der besten, wenn nicht die beste Woche meines Lebens war. Die Leute, die ich kennengelernt habe werde ich wohl nie vergessen und hoffentlich für lange Zeit kontaktieren. Es ist Schade, dass die Zeit so schnell vergangen ist aber die Freude auf das kommende Auslandsjahr in den USA besänftigt die Trauer. :)
Es war eine supertolle Truppe, die Betreuer, sowie auch die anderen Austauschschüler!
 

Artikelaktionen
Twitter