Bastians Frühling in Lake Fenton

Bastian Diehm berichtet uns, wie er die letzten Monate seines Austauschjahres verbringt. Sport spielt dabei eine große Rolle. Er hat jetzt noch eine Woche Schule vor sich, dann findet die Abschlusszeremonie statt.

Wie auch in Deutschland gehen die Amerikaner den Winter auch eher gemuetlich an, weshalb ich zwischen Januar und Maerz ausser meinen Alltag von Schule und Sport eher wenig unternommen habe.
Ueber ein Wochenende hat mich meine AFS Betreuerin nach "up north" - was in Michigan alle verstehen und was eine Region von Michigan betrifft - eingeladen. Michigan ist sehr bekannt fuer die schoene Natur und die Moeglichkeiten fuer viele verschiedene outdoor Aktivitaeten.
Wir haben das Wochenende in einem Ferienhaus verbracht und sind von morgens bis abends nur auf der Piste gewesen um zu snowboarden.
Hat sich an sich schon etwas nach zu Hause angefuehlt, wobei die Piste um einiges kuerzer war, da wir natuerlich nicht in den Alpen waren!! Amerika hat einige gute Skigebiete, in Michigan jedoch sind die Berge eher Huegel. Dieses Jahr wurden wir hier in Michigan mit einem extrem milden Winter ueberrascht, weshalb ich meinen Plan, noch einmal snowboarden zu gehen leider nicht verwirklichen konnte.

Eine besondere Chance wurde mir trotzdem geboten, als AFS einen Ausflug an die Niagarafaelle geplant hat. Fuenf weitere Austauschschueler, zwei Betreuer und ich sind an einem Feitag losgefahren, um das Wochenende bei den Niagarafaellen zu verbringen. Ich habe mir vieles vorgestellt und ich dachte, ich wuesste wie die Wasserfaelle aussehen, da ich einige Fotos gesehen habe, doch all das ist nichts im Vergleich zu dem Live-Erlebnis.


Genau wie es meine Gastmutter vorrausgesagt hatte, wurde ich dann ab Maerz viel beschaeftigter.
Das Wetter wurde besser, und ein neuer Sport hat angefangen, was einen kompletten Umschwung mit sich bringt. Obwohl ich geplant hatte, Baseball zu spielen, habe ich den Rat meiner Freunde befolgt, die gesagt haben, dass Baseball extrem schwer zu lernen ist und ich wahrscheinlich nie spielen wuerde. Diese sagten dass ich Track & Field machen sollte, was dem deutschen Leichtathletic entspricht.
Zu Beginn war das sehr sehr anstrengend jeden Tag mehr als 2 Kilometer zu rennen, und ich kann mich nicht an einen Tag erinnern, an dem meine Beine nicht wehgetan haben. Mittlerweile komme ich damit dann doch ganz gut zurecht, nachdem ich meine Disziplin von Langstrecke zu Mittlerer Distanz gewechselt habe.
Diesen Freitag ist die Championship von der Region, was dann auch schon wieder eins der letzten events ist.

Nachdem ich in April eine Mittelschule, was der Deutschen Grundschule entspricht, besucht habe und die deutsche Kultur mit 140 Viertklaesslern geteilt habe, durfte ich diese fuer drei Tage auf ihre Kassenfahrt nach Mackinac Island begleiten.
Dieses ist die mit Abstand bekannteste Insel in Michigan und war seit dem zweiten Weltkrieg eines der beliebtesten Ferienziele fuer Amerikaner. Die Insel liegt zwischen Unter- und Obermichigan. Autos und alle anderen motorisierten Fortbewegungsmittel sind dort verboten, welhalb sich die Einwohner hier auf Fahrraeder und Pferdekutschen verlassen.

Das wahrscheinlich groesste Ereigniss der letzten Wochen war nach Meinung wahrscheinlich aller Highschool Schueler "PROM". An sich aehneln sich Prom und Homecoming sehr, jedoch ist Prom nur fuer Juniors und Seniors, und die Standards sind um einiges hoeher.
Mit dem Gedanken, dass mein aus Deutschland mitgebrachter Anzug genug ist, lag ich natuerlich falsch.
Die Maedchen suchen Monate vor dem Ball fuer Kleider die zwischen 300 und 700 Dollar kosten, und dann wird von den Jungs natuerlich erwartet, dass sie im Smoking kommen. Deshalb bin ich in ein Brautmodengeschaeft gegangen und habe mir einen Smoking ausgeliehen, worueber ich sehr froh war da diese wahrscheinlich extrem teuer gewesen waeren. Viele Gruppen mieten sich auch Limousinen um zum "roten Teppich" gefahren zu werden. Da der Vater eines Jungen aus unserer Gruppe einen Partybus besitzt, sind wir in diesem gefahren.
Davor jedoch habe ich mein Date abgeholt, wir haben Blumen ausgetauscht und wir sind an den See gefahren um mit all unseren Freunden Fotos zu machen. Gegen 6 Uhr sind wir dann Im Partybus zum Prom gefahren, wo jedes Paar ueber den roten Teppich in die Veranstaltungshalle läuft. Dort war alles extrem schoen geschmueckt, und wir hatten erst ein Abendessen, und von 7 bis 10 wurde dann getanzt.

Jetzt, da das Jahr bald zu Ende ist, habe ich nur noch eine Woche Schule, und in zwei Wochen ist meine Abschlusszeremonie, wofuer meine Eltern zu Besuch kommen. Darauf freue ich mich schon sehr.
Viele meiner amerikanischen Freunde realisieren jetzt auch wie wenig Zeit uns noch bleibt, weshalb ich fast jeden Tag fuer die naechsten Wochen "ausgeplant" bin, wobei all das ja etwas Positives und wenig mit Stress verbunden ist.

Beste Gruesse aus Fenton,

Bastian


 

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