Abschlussbericht von Laura Wahl

Laura hat nach ihrer Rückkehr aus den USA im Sommer 2011 in einem Bericht ihr Amerika-Jahr zusammengefasst.

Mein erster Eindruck von den USA?  - Heiß!!! -  Als fünf andere Austauschschüler und ich nämlich nach zwei Stunden in einem überkühlten Flugzeug endlich den Flughafen von Cincinnati, OH, verlassen konnten, schlugen uns schätzungsweise 35°C bei 90% Luftfeuchtigkeit entgegen. Daran erinnere ich mich sehr gut, wie sehr mich das am Anfang immer geschockt hat, von den klimatisierten Gebäuden und Autos ins Freie zu kommen.

Natürlich gab es aber auch noch ganz andere Sachen, an die ich mich gewöhnen musste, und die ersten Tage waren ziemlich aufregend, aber auch anstrengend. Ein paar kleinere Ausflüge mit meiner Gastfamilie, die anderen Gastschüler kennen lernen, meine Stadt kennen lernen - und natürlich Schule! Obwohl ich auf einer sehr kleinen örtlichen High School mit nur 400 Schülern war, kam ich mir am Anfang schon sehr verlassen vor. Vor allem durch das Tennisteam habe ich dann allerdings doch schnell ein paar gute Freunde gefunden.

Mit meiner Gastfamilie hab ich mich super verstanden, und es war mir sehr schnell wie ein Zuhause geworden.Wir haben ein paar kleinere Ausflüge unternommen, aber es war für mich vor allem sehr hilfreich, dass sie so offen, herzlich und einfach wie eine Mom und ein Dad für mich waren. Mit meiner Gastschwester, die schon aufs College geht, aber noch zuhause lebt, hab ich mich auch ganz gut verstanden.

Was ich auch toll fand, war, dass ich noch eine „Aunt/Uncle-Family hatte, die ein Mädchen in meinem Alter hatten, und mit deren besten Freundin und ihr ich einiges zusammen unternommen habe.

Auch wenn es mir in der Schule am Anfang doch schwerer als gedacht fiel, gute Freunde zu finden, waren alle sehr nett, und ich hatte doch viel Spaß. Auch im Schulstoff kam ich sehr gut mit, und was ich interessant fand, war, dass ich Klassen von allen Klassenstufen genommen hatte, und daher mit Leuten ganz verschiedenen Alters zusammen war.

Gute Freunde habe ich auch in den anderen Austauschschülern gefunden, und wir hatten auch einige gemeinsame Aktivitäten, die immer großen Spaß gemacht haben.

Heimweh hatte ich eigentlich nicht sehr oft.

Weihnachten hat mir sehr gut gefallen und ich würde das im Nachhinein als den Wendepunkt bezeichnen. Auch wenn es im ersten Halbjahr schon viel Spaß gemacht hat, das zweite Halbjahr wurde dann so richtig cool.

In der Schule hatte ich dann schon relativ viele gute Freunde, mit denen ich oft was unternahm, und ich hatte das Gefühl, dass ich ab da jede weitere Woche weitere Freunde machte. Am Ende verstand ich mich mit fast allen so gut, dass ich dauernd unterwegs war. Da hat es natürlich geholfen, auf einer kleinen Schule zu sein, da man da einfach fast alle gut kennt.

Nach Weihnachten hatte ich auch die Gastfamilie gewechselt, allerdings aus ganz verschiedenen Gründen, auf jeden Fall NICHT, weil ich mich mit meiner ersten Gastfamilie nicht verstanden hätte. Mit jenen unternahm ich immer noch sehr viel.

Es war sehr interessant, eine weitere amerikanische Familie kennen zu lernen, da ich dadurch einen besseren Einblick in das amerikanische Familienleben gewinnen konnte. Auch bei dieser Familie fühlte ich mich sehr wohl und das tolle war, dass sie sehr viel reiste. Durch sie bekam ich die Gelegenheit, den amerikanischen Süden, New Orleans und Kalifornien zu bereisen, was natürlich unvergessliche Erfahrungen und Erlebnisse sind.

Das zweite Halbjahr ging dann leider doch sehr schnell um, und auf einmal hiess es Tschüss sagen. Das fiel mir schon sehr schwer, da ich nicht nur viele gute Freunde, aber auch ein mir sehr gut gefallendes amerikanisches Leben hinter mir lassen musste. Da ich aber wusste, dass ich durch das Internet zum Glück mit allen Kontakt halten können werde, war es ok. Ich freute mich auch schon wieder sehr auf Zuhause.

Ich glaube, dass Jahr hat mir sehr viel gebracht, da ich viele neue tolle Menschen, einen anderen Lebenstil und die amerikanische Kultur kennen lernen konnte. Auch meine Freunde und Familie haben gemeint, wie toll sie es fänden, endlich mal jemanden aus Deutschland zu kennen, und ich glaube, ich konnte ihnen schon einiges über Deutschland beibringen. Mit manchen, vor allem die, die Deutsch lernen, habe ich z.B. manchmal Deutsch geredet, und ich habe auch Vorträge in den Deutschklassen gehalten. Am meisten übermittelt man aber, glaube ich, einfach dadurch, wie man so ist und sich gibt. Viele, die davor durch einen unglücklichen Schüleraustausch mit Deutschen Schülern nicht so gute Erfahrungen gemacht hatten, meinten, ich hätte ihr Bild von den Deutschen sehr gebessert.

Im Nachhinein war das Jahr dann doch schnell vorbei, und ich empfehle jedem, ein Auslandsjahr zu wagen. Nicht nur, weil man die Chance hat, eine neue Sprache zu lernen, sondern vor allem wegen den vielen neuen Erfahrungen, die man gewinnt.

 

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