12.11.2014 Leon Gehri: Mein Leben in Amerika - Teil 1

Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht wo ich mit erzählen anfangen soll, denn Ich habe hier schon so vieles erlebt. In diesem Bericht möchte ich von den Unterschieden zwischen den USA und Deutschland, aber auch von meinen Erfahrungen berichten.

 Zuerst einmal, in Amerika ist alles größer oder „huger“ wie man hier sagt. Größere Straßen, größere Lkws, größere Einkaufsläden und Restaurants. Walmart ist hierbei das beste Beispiel: Ein Laden in dem man Klamotten, Videospiele, Fleisch, Zahnpasta, Schulsachen, Sägen, Salat und Computer kaufen kann. Hier gibt es einfach alles. Auch meine Schule hat einiges zu bieten, hier gibt es ein eigenes Schwimmbad, zwei Football- und Baseballfelder, ein Fußballfeld, Tennisplätze, ein Theater und eine große Sporthalle. Das Hauptfootballfeld hat sogar eine eigene Tribüne. Davon werde ich aber später mehr erzählen.

 

Auf meine Schule gehen ca. 800 Schüler, allerdings geht das hier von der neunten- (sog. Freshmen’s), bis zur zwölften Klasse (sog. Seniors). Dazwischen Sophmores (Zehnte Klasse) und Juniors (Elfte Klasse), oder einfacherer gesagt: Ich gehe auf eine Highschool und bin ein Senior, was bedeutet dass ich am Ende meines Schuljahres meinen Abschluss machen werde.

 

Meine Stadt, in der ich lebe, hat in etwa 9000 Einwohner und heißt Plymouth. Sie befindet sich in Wisconsin, ein Staat mit 5,1 Millionen Einwohnern, der von der Fläche der Hälfte von Deutschland entspricht. Plymouth ist 20 Minuten vom Michigan Lake entfernt, dem drittgrößten See Amerikas. Des Weiteren hat Plymouth mindestens 10 verschiedene Fastfood Restaurants. Das finde ich persönlich sehr toll, da die Burger nicht etwa wie bei MC Donalds schmecken, sondern 100-mal besser sind!

 

Auch die Amerikanische Küche habe ich schon ein wenig erkundet; Chicken Wings, selbst gemachte Ribs, Double Bacon Cheesburger und Alligator sind bisher meine Lieblingsgerichte, die ich bisher in den ersten zweieinhalb Monaten gegessen habe. Und ja es sind schon zweieinhalb Monate und ich kann es selbst kaum glauben, wie schnell die Zeit bisher vergangen ist. Ja, schon zweieinhalb Monate mit unglaublichen Erlebnissen und vor Allem neuen Erfahrungen, die mir das Amerikanische Leben näher bringen oder wie man hier sagen würde „The American way of life“.

 

Mein Englisch hat sich selbstverständlich schon sehr verbessert und ich würde auch behaupten, dass ich mich persönlich schon weiter entwickelt habe. Denn eins kann ich definitiv sagen, es ist echt nicht ganz einfach komplett ohne meine Familie und Freunde dazustehen, neue Freunde zu finden und ein komplett anderes Leben zu führen. Auf der anderen Seite ist es eine Herausforderung, die richtig Spaß macht. Man freut sich richtig wenn man von seinen Footballmates gefragt wird: „Do you want to hang out with me and some other people?“ Wer sich jetzt fragt Footballmates?!

leon beim football

Ja ich spiele Football und ich meine nicht Fußball oder Soccer, ich meine American Football. Der Sport mit dem Quarterback und dem komischen Eiförmigen Ball und da gibt’s auch noch irgendwas das Touchdown heißt. Das war zumindest alles was ich über das American Football wusste, bevor ich nach Amerika kam. Alle Regeln zu lernen ist echt nicht einfach. Dabei geholfen haben mir Apps auf meinem Handy, das Internet und meine Gastfamilie, die übrigens super klasse ist, ich fühle mich hier richtig wohl. Außerdem Spiele im Fernseher, meine Trainer und Mitspieler und zu guter Letzt, ein absolutes Highlight und eine wahnsinnige tolle Erfahrung, ein echtes Spiel und damit meine ich im Realife, im Stadion der Greenbay Packers gegen die New York Jets.

leon gehri beim football 2

Insgesamt waren es 80000 Zuschauer im Stadion und die Green Bay Packers ein sehr erfolgreiches Team, haben natürlich gewonnen. Wenn man dann mal alle Regeln versteht, macht spielen aber auch zuschauen richtig Spaß. By the way, wenn man an einem Sport teilnimmt hat man es wesentlich einfacher Freunde zu finden! Auch meine Footballspiele machen richtig Spaß. Die Tribüne ist gefüllt mit der halben Schule und wirklich, wie man es aus amerikanischen Filmen kennt, spielt eine Marschkapelle, die Nationalhymne wird gesungen und dann wird Football gespielt. Natürlich sind alle am mitfiebern und versuchen die eigene Schule zu motivieren. Gänsehautfeeling, einfach ein unglaubliches Gefühl!

 

 

Nun genug über Football, was ich sonst so erlebt habe? Ich unternehme sehr viel mit meiner Familie. Ich habe vier Gastgeschwister und einen Hund. Mit ihnen bin ich schon in drei verschiedenen Staaten gewesen: Illinois, Minnesota und natürlich Wisconsin. Chicago ist eine wirklich tolle Stadt, der Mississippi River unglaublich groß und vom Michigan Lake könnte man denken, dass es kein See sondern ein Meer ist. Was ich zuletzt noch gerne erwähnen würde, der Herbst ist hier wunderschön, einfach unglaublich farbenfroh! Und von Woche zu Woche wird es kälter und man stellt sich die Frage: Fängt es echt schon nächste Woche zu schneien an?! Das sagt jedenfalls der Wetterbericht und was in Wisconsin definitiv keine Seltenheit wäre. Vielleicht stellt ihr euch auch die Frage wann ich mich das nächste Mal melden werde? Meine Antwort: Bestimmt bald! Und dann mit vielen neuen anderen, Erfahrungen und Erzählungen!

Bis dahin, euer Leon!

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