1. Bericht aus Brodhead

PPPler Henry Parzefall ist nach Bewerbungsphase und Vorbereitungszeit nun endlich bei seinen Gasteltern in Brodhead, Wisconsin, und in seiner Highschool angekommen. Über Heimweh kann er nicht klagen, genausowenig wie über Langeweile: Henry hat sich prompt dem Football-Team angeschlossen.

Am Mittwoch, 8.8.2012 war endlich der Tag meiner Abreise gekommen. Und es wurde auch Zeit, denn ich konnte es kaum erwarten endlich ins Flugzeug zu steigen und in den USA anzukommen. Meine Eltern brachten mich also am Morgen nach Frankfurt, wo ich sogleich die anderen AFS’ler getroffen habe, die auch nach Chicago flogen. Der Abschied von meiner Familie ging ziemlich schnell, weil wir sonst alle in Tränen ausgebrochen wären. Zurückblickend war es gut so und es hat meine Abreise um einiges leichter gemacht. Nach etwa 4 Stunden Check-In und Abwarten, war es dann auch so weit. Pünktlich um 10:40 hob die Boing 747 nach Chicago O’Hare endlich von deutschem Boden ab und machte sich auf den Weg nach Amerika.

Da ich so aufgeregt war endlich anzukommen und meine Familie zu treffen, konnte ich im Flugzeug keine Minute schlafen. Nach ca. 9 Stunden sind wir endlich um ca. 12:30 in Chicago gelandet. Vom Flughafen ging es dann mit dem Bus in ein Hotel, wo wir ca. 1 ½ Stunden auf unseren Bus nach Columbus, WI, warteten. Nach weiteren 2 ½ Stunden Fahrt kamen wir müde und ausgepowert im Hotel an, wo das Arrival Camp stattfand. Nach einer Nacht mit wundervollem, langersehntem Schlaf und dem ersten amerikanischem Frühstück ging es dann in eine nahegelegene High School. Dort wurden wir auf unseren Aufenthalt in den USA vorbereitet. Ich war den ganzen Tag über schon sehr nervös, was sich natürlich erhöhte, als die ersten Gastfamilien ankamen. Wir liefen dann alle in einer Reihe in die Sporthalle, wo die Familien schon auf den Tribünen saßen. Wir mussten uns einer nach dem anderen vorstellen und durften danach endlich zu unseren Familien. Ich bin natürlich sofort hin und hab sie umarmt! Natürlich war ich noch ziemlich schüchtern und zurückhaltend, was sich aber in den nächsten Tagen legte.

Wir machten uns also auf den Weg nach Brodhead, WI, wo ich das nächste Jahr mit meinem Gastvater, meiner Gastmutter und meinem Gastbruder verbringen werde. Als wir das Ortsschild erreichten, stieg natürlich die Spannung und als wir in die typisch amerikanische Einfahrt einbogen, war ich einfach nur erleichtert endlich hier zu sein. Meine Familie ist wirklich sehr, sehr nett und kümmert sich toll um mich! Ich fühle mich hier schon seit dem ersten Tag sehr wohl und habe auch kein Heimweh, was sicher an der Herzlichkeit liegt, mit der ich hier aufgenommen wurde.

Ich habe jetzt schon beinahe 5 Wochen Schule, und die Zeit vergeht wie im Flug! Meine Fächer sind sehr interessant und das Schulsystem ist doch um einiges unterschiedlicher vom deutschen als ich dachte. Beispielsweise habe ich hier jeden Tag die gleichen Fächer. Economics, US History und Band sind meine Lieblingsfächer, aber ich mag Pre-Calc, Strenght and Conditioning und American Literature auch sehr. Mit Schule bis um 3 und dann Footballtrainig bis um 7 bin ich hier wirklich durchgehend beschäftigt und habe wenig Freizeit, was mich aber keineswegs stört, denn ich genieße jeden Moment und versuche in so vielen Aktivitäten, wie nur möglich, teilzunehmen.

Letzte Woche war Homecoming. Der Ball am Samstag wird durch eine Mottowoche eingeleitet, in der die Schüler die Schule dekorieren und es jeden Tag Kleiderordnungen gibt. Alles dreht sich um das Footballspiel am Freitagabend, welches wir dann schlussendlich auch gewonnen haben.

Football ist wirklich ein toller Sport und bereitet mir viel Freude. Es ist natürlich kompliziert am Anfang und ich werde nicht oft eingewechselt, was aber verständlich ist, wenn man bedenkt, dass die Teenager hier schon seit der Grundschule spielen. Es ist einfach ein tolles Gefühl ein Teil des Teams zu sein, und ich habe hier schon ein paar wirklich tolle Freunde gefunden. Es hat sicherlich auch unseren Teamgeist gestärkt, dass wir letzten Freitag das Spiel gewonnen haben und Brodhead-Juda nun zum 21. Mal in den Playoffs steht. Das ist Rekord in ganz Wisconsin!

Auch spiele ich in der Marching Band und Show Band. Die Show Band unterstützt den Show Choir, ein Chor der gleichzeitig tanzt und singt. Es macht unglaublich viel Spaß und die Leute sind sehr, sehr nett! Im Frühling werden wir nach New York City fahren, worauf ich mich natürlich schon total freue!

Alles in allem ist es einfach nur toll hier und ich bin froh von einer so netten und fürsorglichen Familie aufgenommen worden zu sein. Jeden Tag lerne ich neues über Amerika und die Kultur hier und ich freue mich auf jeden Tag, den ich hier genießen darf.

 

Liebe Grüße aus Brodhead, WI,

Henry

 

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