September 2011: Bastian berichtet aus Fenton/Michigan
Bastian Diehm berichtet von seiner Ankunft in den USA. Er trainiert im Footballteam und lernt die Schule kennen. Eine Reise nach Chicago beeindruckt ihn sehr. Foto: Bastian mit der Nummer 6 und Robby.
Am Mittwoch, den 10. August war der Tag meiner Abreise. Ich war sehr sehr aufgeregt, habe aber ueberraschenderweise den Abschied gut ueberwunden. Es ging also von Basel nach Frankfurt. Dort habe ich schon die ersten AFS'ler getroffen, also fiel das Warten ziemlich leicht. Dann ging es endlich los, die Ausregung war verschwunden, denn ich wollte einfach nur so schnell wie moeglich in das Flugzeug und ab zu meiner Gastfamilie!
Nach 9 Stunden Flug, 2 Stunden Aufendhalt in einem Hotel und weiteren 6 Sunden Busfahrt von Chicago nach Plymouth sind wir endlich in unserem Hotel angekommen. Und dass hab ich zu diesem Zeitpunkt auch wirklich gebraucht.
Nach einem wundervollen Schlaf sind wir fruehstuecken gegangen. Dort haben wir uns etwas mit unseren Leitern unterhalten, natuerlich in Englisch, Deutsch war ab diesem Zeitpunkt ein Tabu.
Das Vorbereitungscamp bereitete uns auf unser Leben in Amerika vor. Von Regeln, wie wir uns zu verhalten haben, bis hin zu einer Suessigkeitenverkostung. Dann war es auch bald Zeit, unsere Gasteltern zu treffen. Zu diesem Zeitpunkt war ich sehr aufgeregt, besonders als die Gasteltern anderer AFS'ler ankamen, um sie abzuholen. Nun war es nur noch eine Frage der Zeit! Und dann waren sie da! Ich bin auf sie zugerannt und hab sie umarmt. Obwohl wir uns nur aus E-Mails kannten, war es ein wundervoller Moment!
Wir sind dann nach Hause gefahren, da habe ich meinen Gastpapa Ken kennengelernt, weil nur meine Gastmama Barb und meine Gastschwester Sandra gekommen sind, um mich abzuholen. Meine Gastschwestern und ihre Familien waren auch da ,und wir hatten selbstgemachte Burger. Danach hab ich den Pool entdeckt, der im Garten ist. Barb hat mich gefragt, ob ich da reingehn will, vielleicht mehr aus Spass, aber der Gedanke war so gut, dass ich es einfach gemacht habe. War ganz gut, dann es hat die Stimmung etwas aufgelockert und niemand hat mehr versucht, das steife Kennenlernen zu versuchen. Stattdessen habe ich mit dem Sohn meiner Gastschwester und ihrem Mann im Pool mit einem Football gespielt und meine Gasteltern sassen am Rand und haben zugeschaut und geredet! Hat mir alles sehr gefallen!
Wow, es ist 1 1/2 Monate her, dass ich Deutschland verlassen habe, und auf der einen Seite fuehlt es sich an als waere es gestern gewesen, wenn ich jedoch daran denke, wie viel ich schon erlebt habe und wie wohl ich mich hier fuehle, fuehlt es sich wie eine Ewigkeit an.
An meinen ersten Tagen haben wir viel erledigt, wir waren in der Schule und haben den Rektor getroffen, wir waren beim Arzt, um mir die Erlaubniss fuer den Highschoolsport zu holen und machten allgemeine Einkaeufe!
Dann habe ich ziemlich bald damit begonnen, mit dem Footballteam zu trainieren. Das war am Anfang richtig richtig anstrengend, weil wir zu dem Zeitpunkt noch keine Schule hatten, also trainierten wir 5 Stunden am Tag, und dass 5 Tage die Woche!! Der Sport, den ich in Deutschland gemacht habe, war nichts im Vergleich zu dem Sport, den ich hier mache. Mir gefaellt es wirklich sehr sehr gut, denn es war eine geniale Chance viele Jungs in meinem Alter kennenzulernen! Ausserdem liebe ich das Gefuehl, mit voller Ausruestung auf das Feld zu rennen, und die ganze Schule applaudiert fuer das Team. Es ist wirklich eine Art Klischee, aber es ist wahr, wenn wir einrennen, bilden die Cheerleader eine Strasse und auch ein paar Fans, und wir rennen da durch und werden gefeiert! Meine Number ist die Nummer 6 und ich bin ein Wide Reciever, also nicht einer von denen, die tacklen, ich glaube, dafuer bin ich einfach zu leicht! In meiner Position muss man spezielle Routen rennen, und wenn man Glueck hat, dann passt der Quaterback einem den Ball. Leider musste ich all diese Routen erst lernen, was seine Zeit beanspruchte! Deswegen konnte ich die ersten paar Spiele auch nicht spielen, aber die letzten zwei Spiele wurde ich ab und zu eingewechselt, was mir sehr gut gefallen hat.
Football ist einfach genial, obwohl ich das ganze Geschreie am Anfang etwas seltsam fand, habe ich mich jetzt daran gewoehnt, und es ist einfach eine Art Ansporn! Mittlerweile mag ich es, denn es steigert das Verlangen spielen zu koennen!
Wir waren ausserdem in einem Freizeitpark, Dort gab es Holzachterbahnen, und ganz viele verrueckte andere Achterbahnen und einen Wasserpark. Ich muss sagen es war wirklich wirklich gut, aber der Europapark kann da noch gut mithalten! Aber wir planen in einen richtig grossen Park zu gehen, der heisst Cedar Point und ich glaube der ist um einiges groesser als der Europapark, aber das werde ich in meinem naechsten Bericht erzaehlen.
An einem Wochenende fuhren wir nach Chicago. Die Fahrt dauerte rund 5 Stunden, aber dank einem DVD-Player in dem Auto verging die Zeit wie im Flug. Wir haben viel sightseeing gemacht, wir haben "the bean" angeschaut, die Glassbohne in der sich die Stadt spiegelt, wir waren auf dem Sears Tower, dem hoechsten Gebaeude der USA, der zu meiner Ueberraschung nun Willis Tower heisst! Das war richtig cool, denn es gab Glasskaesten, in die man gehen konnte, und man stand dann im 103ten Stockwerk mitten in der Luft! Wir waren ausserdem auf dem Navy Pier, wo es an dem Abend ein Feuerwerk gab, und im Shedd Aquarium. Dort gab es Belugawale. Diese haben mich sehr fasziniert, weil sie auf eine Art total menschlich sind. Sie hatten Baelle in ihrem Becken, und sie haben damit gespielt, als waeren sie kleine Kinder. Auf der anderen Seite tun sie mir leid, in einem Becken gefangen zu sein, dass sogar kleiner als das Delfinbecken war!
Alles in Allem hat mir Chicago sehr gut gefallen. Ich koennte so viel mehr zu meinen Erlebnissen hinzufuegen, weil einfach das normale Leben eine Art von Abenteuer ist, ich kann es kaum glauben, aber sogar einkaufen ist spannend hier.
Mein erster Schultag: ich war gar nicht so aufgeregt! Die Freude, neue Leute kennenzulernen, ueberwog und dank Football hab ich auch schon sehr viele Jungs gekannt. Mein Schulgebaeude ist ziemlich gross, und die Aula sieht aus wie die Eingangshalle eines Hotels, jedoch hat die Schule nur 600 Schueler, was fuer amerikanische Verhaeltnisse ziemlich klein ist. Aber ich mag es, denn so bekomme ich die Chance, wenigstens die meisten Schueler kennenzulernen. Ich habe selbst jetzt noch Probleme, mir Namen merken zu koennen. Ich laufe durch die Korridore und von ueberall werde ich mit meinem Namen gegruesst, doch meistens kann ich nur nett laecheln und zurueckgruessen, one den Namen zu kennen. Auf jeden Fall: Der erste Schultag began mit eine Rede des Direktors in unserem Auditorium. Danach bin ich in meine erste Klasse gegangen, was nicht so schwer war, weil meine Schule ziemlich simpel organisiert ist. Alle Raeume auf der rechten Seite sind B und alle auf der linken Seite sind A. Meine Klassen sind Pre Calculus, English 10, Us History, Economics und Conditioning. Die Klassen wechseln allerdings jedes Trimester, also werde ich andere Klassen bekommen.
Ich mag Conditioning, so eine Klasse habe ich noch nie gesehn. Es ist wie Sport, aber findet im Fitnessstudio der Schule statt. Der Unterricht besteht aus Gewichtheben, Bankdruecken und aus vielen Uebungen wie diese. Unsere Noten werden teilweise danach gerichtet, wie viel Gewichte wir auf der Bank stemmen koennen.
Ansonsten ist Schule allgemein ziemlich aehnlich, die Stunden sind laenger, ich glaube etwas laenger als eine Stunde.Die Lehrmethoden sind auch etwas anders, viele Lehrer nutzen Powerpoinpraesentationen und geben uns einen Lueckentext zu diesen. Was ich sehr mag ist, dass wir in der Schule essen. Dabei hat man viel Zeit zu reden, wenn man nicht zu spaet aus der Klasse kommt, denn dann ist die Schlange vor der Cafeteria schon ewig lang. Deshalb ist schnelles Entkommen aus der 3ten Stunde Ziel Nummer 1.
Was mich sehr wundert ist, dass wir extrem viele Hausaufgaben haben. Viele davon sind im Internet und bestehen aus dem Ausfuellen von Frageboegen, die normalerweise sehr einfach, aber zeitaufwendig sind. Ich habe ein sehr sehr grosses Problem mit der Zeit. Die Schule endet um halb drei, und danach habe ich Footballtraining bis um 5! Wenn ich dann nach Hause komme, dusche und etwas esse, ist es meistens schon 7 Uhr oder spaeter und dann habe ich noch Hausaufgaben zu machen.Es ist wirklich hart! Ich frage mich, wann sich amerikanische Teenager mit ihren Freunden treffen, weil ich sehe nicht wirklich Zeit, ausser an den Wochenenden, an denen ich oft etwas mit meiner Familie unternehme!
Alles in allem ist einfach alles perfekt, mir gefaellt es sehr gut, meine Gastfamilie ist total nett und ich fuehle mich fast wie zu Hause!
Liebe Gruesse aus Fenton, Michigan
Bastian







