Februar 2011: Fünfter Bericht aus Cincinnati
Laura berichtet über viele Geschenke zu Weihnachten und wenig Feuerwerk an Silvester. Außerdem hört Laura zum ersten mal in ihrem Leben jemanden berlinern, und das im fernen Ohio.
Zuerst einmal wuensche ich euch allen ein wunderschönes neues Jahr 2011 !!! J
Auch wenn da eigentlich schon eine ganze Weile her ist.
Da die meisten wahrscheinlich schon beinahe in Fruehlingsstimmung sind, werde ich mich über Weihnachten möglichst kurz halten:
Am Heiligabend ist die ganze Verwandtschaft zusammengekommen und man hat gegessen und Spiele gespielt und einen lustigen Abend miteinander verbracht. Am Weihnachtsmorgen gings dann um halb zehn mit dem Geschenke auspacken los. Immer schön in der Reihe. Da aber jeder so um die 20 Geschenke (ohne Scherz!) bekommen hat, ging das eine ganze Weile. Zwischendurch gab es dann aber auch noch schön Frühstück. Am Nachmittag haben wir dann noch ein bisschen mit der Grossmutter im Seniorenheim gefeiert, und ich am Abend mit den Mathis. Im grossen und ganzen deutsches und amerikanisches Weihnachten nicht so unterschiedlich. Allerdings dreht sich hier alles noch mehr ums Kaufen, Schenken und Haben als bei uns. Und natürlich waren die Häuser auch schön auffällig geschmückt. Für meinen Geschmack sind manche aber zu bunt, aber ich bin ja sowieso kein Fan von rot-grünen-Lichterketten :D
Der Tannenbaum war übrigens unecht. Kaum einer hat hier eine echte Tanne. Plätzchen haben wir auch gebacken, die waren eigentlich ganz gut, aber Kokosmakronen, Spitzbuben und Vanillekipferl hab ich schon ein bisschen vermisst;)
In den Weihnachtsferien war ich ausserdem im „Jungle Jims“, das ist ein supergrosser Einkaufsmarkt mit ganz vielen internationalen Abteilungen, und natürlich auch einer deutschen. Da gab es dann Leibnizkekse, Schwarzbrot, Haribo, Hanuta, Rittersport und alles, was das (deutsche) Herz begehrt. Lörracher ELMEX Zahnpasta hatten sie leider aber nicht, Milka natürlich schon. Die gibt’s sogar im normalen Supermarkt zu kaufen.
Neujahr hab ich bei meiner Freundin von Wallnut Hills übernachtet. Um 18.00 Uhr haben wir dann natürlich aufs deutsche Neujahr angestossen. Dinne for One schaut man hier nicht, dafür haben wir zugeschaut, wie sie in NY den Gong heruntergelassen haben und Kesha (mit blauem Lippenstift!), die Backstreet Boys und Co. 2010 verabschiedet haben. Und dann…2011!!! Ich war allerdings erschüttert mit wie wenig Feuerwerk die Amerikaner das neue Jahr begrüssen. Am Himmel hat man fast gar nichts gesehen, und in Ohio kann man das wohl nicht einmal kaufen.
Und am 3. Januar fing dann hier schon wieder die Schule an. Das war ein richtiger Schock!
Dann haben auch die Schachspiele angefangen. Ich war ja im Schach nach 3 Jahren immer noch erstaunlich gut, daher spiele ich hier jetzt an Brett 3. Wir haben alle Spiele in unserer „Liga“ gewonnen, ausser gegen Madeira, und damit sind wir auf dem 2. Platz. Nächste Woche findet dann das entscheidende Turnier um den 1.Platz statt.
Ein Wochenende war ich dann in Hocking Hills, einem Wanderressort. Eine AFS- Betreuerin fährt da jedes Jahr hin und hat herumgefragt, wer mit möchte. Ihre Familie hat dort eine total süße Blockhütte. Dieses Wochenende hat sehr viel Spaß gemacht. Am Samstag haben wir einen berühmten Wanderpfad gemacht, allerdings gab es an diesem Tag Suppe umsonst, daher ist halb Ohio mit uns gelaufen. Dort habe ich dann sogar eine Schweizerin und eine Berlinerin getroffen. Das war das erste Mal in meinem Leben, das ich Berliner Dialekt gehört habe. Jetzt verstehe ich auch, warum alle meinen, ich hätte einen süddeutschen Dialekt :D
Am Abend sind wir dann in den heissen Whirlpool gesprungen, umgeben von Schnee. War aber überhaupt nicht kalt, sondern total angenehm. Leider war dieses Wochenende auch wieder viel zu schnell rum.
An einem anderen Wochenende war ich endlich mal Ski fahren. Das war auf dem jährlichen Ski Ausflug mit den Pfadfindern – Nachtskifahren. Das war total cool. Um 4 Uhr hab ich mit Snowboarden angefangen, das ich nach einem Jahr eigentlich noch erstaunlich gut konnte. Nachdem es mich dann aber einmal ziemlich kräftig auf den Kopf geschlagen hat, bin ich auf Skiier umgestiegen. ;) Die Pisten waren ein bisschen langweilig (die schwarze Piste war ein Klacks^^), aber es hat trotzdem noch total viel Spass gemacht. Wir sind bis 2 Uhr nachts geskiit und haben das voll ausgenutzt.
Am nächsten Tag bin ich dann zu den Applebaums umgezogen. Ich hab hier jetzt nämlich 3 Gastfamilien. Das ist eine ziemlich lange Geschichte, aber auf jeden Fall nicht, weil ich mich mit den Stones nicht mehr verstanden habe, sondern mehr weil die Applebaums wieder einen Austauschüler wollten, und die Stones immer noch als Welcome family gezählt haben, und den Status können sie nicht das ganze Jahr über behalten. Ich wohne aber um die Ecke, und besuche die Stones immer noch regelmässig und verstehe mich blendend mit ihnen. Die Applebaums sind Tierärzte, daher hab ich jetzt 2 total süsse Katzen, einen Hund und einen Frosch als Haustier. Da sie sogar noch näher zur Schule wohnen, kann ich jetzt sogar immer zur Schule laufen.
Die Applebaums verreisen viel und waren gerade vor der Revolution in Ägypten und Israel. Im März werden wir für ein Wochenende nach louisiana fliegen. Da bin ich schon total aufgeregt drüber, da ich ja bisher noch gar nicht reisen konnte.
Die Wintersportarten sind jetzt bald vorüber, und zurzeit ist ziemlich frühlingshaftes Wetter.
Ich wünsche euch allen einen wunderschönen Frühlingsanfang, und werde nächstes Mal hoffentlich wieder früher schreiben.
Eure Laura







