August 2011: Abschlussbericht von Laura
Laura berichtet von ihren letzten Monaten in Cincinnati, vom Packen und von Abschied. Auf einer Reise in New Orleans fühlt sie sich an Freiburg erinnert, und in den Appalachen denkt sie an den Schwarzwald. Der absolute Höhepunkt war aber die Kalifornienreise, die sie mit ihren Gasteeltern erlebte.
Die letzten paar Monate waren dann leider auch sehr schnell um. Im Februar bin ich mit den Applebaums (bei denen ich die zweite Hälfte des Jahres verbracht habe) und ihrer zwanzigjährigen Tochter für ein paar Tage nach New Orleans gereist. New Orleans ist wirklich eine bemerkenswerte Stadt. Es gibt dort z.B. den French Market (= ein toller Markt mit allen möglichen Sachen), das French Quarter (= ein belebtes Ausgehviertel), der Garden District (ein tolles Viertel mit sehr schönen alten Häusern und wundervollen Gärten, u.a. habe ich dort auch das Haus von Sandra Bullock und das, wo sie Benjamin Button gedreht haben, gesehen) und viele andere sehenswerte Sachen. New Orleans war sehr unterschiedlich von den Städten, die ich bisher gesehen hatte, da die meisten Häuser älter sind. Es ist eine Stadt mit viel Herz und Kultur, die man ungefähr mit Freiburg vergleichen kann. Allerdings sollte man sie im Winter besuchen, da es im Sommer gewöhnlich um die 40°C bei mindestens 90% Luftfeuchtigkeit hat. Im Februar liefen wir schon die ganze Zeit in kurzen Hosen und Tops rum!
In der Schule hat dann ab März die Leichtathletik Saison angefangen, und jeden Tag nach der Schule hatten wir Leichtathletik oder Wettkämpfe, was einen ganz schön auf Trab hält.
Außerdem war ich in dieser Zeit viel beschäftigt, da wir für „Parkers“ viele Proben hatten. Dies ist eine Show, mit Tanz, Musik und Theater, die Deer Park High School schon seit 60 Jahren jährlich aufführt. Daran sind fast alle Schüler der Schule beteiligt. Die Show haben wir am Ende vier mal aufgeführt und war ein voller Erfolg.
Dann hatten wir nach 3 Monaten auch endlich eine Woche Frühjahrsferien. In dieser Zeit haben die Applebaums mich und vier andere Gastschüler nach Tennessee in die Appalachen mitgenommen. Das war ein sehr schöner Urlaub, da diese Berge mich ein ganz kleines bisschen an den Schwarzwald erinnern konnten. Die Gegend dort ist ein Nationalpark und wir sind viel gewandert. (Die Applebaums sind sehr aktive Menschen).
Das letzte Quartal des Schuljahres habe ich dann auch noch sehr gut überstanden. Es gab zwar viele Tests und einige Arbeiten, aber ich kannte am Ende so viele Schüler, dass die Schule wirklich sehr viel Spaß gemacht hat, da ich dauernd mit Freunden reden und Spaß haben konnte. Was ich aber bereits vermisse, sind die kleinen Klassen, die wir dort meistens hatten, da es dann einfach viel lockerer ist, Unterricht zu machen. In den letzten zwei Wochen wurde es dann allerdings im Schulhaus wieder unerträglich heiß, da Deer Park High School keine Klimaanlage besitzt.
Die letzte Woche war dann wieder Klausurenwoche, d.h, wir hatten jeden Tag 2 Klassenarbeiten zu bewältigen. Wer allerdings in einem Fach in allen vier Quartalen eine 1 gehabt hatte, wurde freigestellt. Das war bei mir dann aber doch nur in 2 Fächern der Fall.
Irgendwann war dann allerdings leider der letzte Tag gekommen, und es wurde Zeit, sich von Mitschülern und Lehrern zu verabschieden. Ich hab mit allen noch mal ein letztes Foto gemacht, und wir haben uns versprochen, in Kontakt zu bleiben. Es ist aber trotzdem sehr traurig, da ich genau weiß, dass ich viele von meinen Mitschülern nie mehr wieder sehen werde.
Ich hab dann noch bei jedem Lehrer vorbei geschaut, wofür ich eineinhalb Stunden gebraucht habe. Und dann hab ich mich das letzte Mal auf den Heimweg gemacht..........ein sehr melancholischer Spaziergang war das.
Von den 3 Wochen Ferien, die ich dann noch hatte, habe ich jede Minute genutzt, um noch ein letztes Mal mit Freunden etwas zu unternehmen.
Und dann kam natürlich das Tollste! Mein Gastfamilie, eine gute Freundin von mir, die aus Slowenien kommt, und auch in Cincinnati Austauschschülerin war, und ich sind nach Kalifornien abgeflogen!!! Das war ein unvergesslicher Urlaub. Kalifornien ist sehr interessant, da es unglaublich viele unterschiedliche Klimaregionen und Landschaften gibt. Am ersten Tag kamen wir nämlich in LA an, von dort sind wir mit dem Auto ins Landesinnere gefahren, wo es durch das Central Valley ging. Dieses ist die fruchtbarste Region Nordamerikas, und daher wird viel Obst und Gemüse angebaut. Da es dort aber jeden Tag so um die 35°C hat, und es fast nie regnet, muss das Wasser aus den Bergen der Sierra Nevada hergeleitet werden. Für uns gings aber weiter in die Berge hinein.Unser Ziel war die High Sierra, der Seqouia Nationalpark. Die Bergausläufer dort sind allerdings sehr unterschiedlich von den Alpen. Die Hänge sehen braun aus, haben aber sehr viele Blumen und Pflanzen. Erst wenn man höher kommt, wird es grüner. Am Abend waren wir dann endlich mit dem Auto oben angekommen, und von dort hatte man ein wundervolles Panorama mit ein paar schneebedeckten Bergen im Hintergrund.
Am nächsten Morgen ging es in den eigentlichen Nationalpark. Die Sequoiabäume sind sehr berühmt. Sie sind die größten (nicht die höchsten!) Bäume der Welt. Ihre Durchmesser sind wirklich beeindruckend! Unter anderem haben wir dort auch General Sherman begutachtet, das größte Lebende Ding auf der Erde. Dann ging es weiter in eine Region, wo es viele Hügel gab, die von gelbem Gras bedeckt waren, was der Landschaft einen sehr öden Eindruck verschafft, trotzdem aber auf eine ganz andere Weise schön. Am Abend haben wir dann endlich den Ozean erreicht. Das erste Mal am Pazifik! Die Wellen waren ziemlich beeindruckend, und es ging ein ziemlicher Wind, aber wir hatten das Glück, einen wunderschönen Sonnenuntergang zu sehen.
Die nächsten zwei Tage sind wir dann Highway 1 südwärts gefahren. Dieser geht immer an der Küste entlang, und man hat ein atemberaubendes Panorama von der Steilküste.
Einen Abend haben wir sogar im Pazifik gebadet. (Wenn man schon dort ist, muss man ja wohl auch einmal in seinem Leben im Pazifik baden!) Dies war allerdings eine sehr kurze Angelegenheit, da wir rein-, einmal runtergetaucht, und wieder rausgerannt sind.
Am Ende haben wir noch 4 schöne Tage Los Angeles verbracht.
In der letzten Woche habe ich mich natürlich mit vielen Freunden noch mal getroffen, und am letzten Samstag gab ich dann noch eine Abschlussparty. An diesem Abend hieß es endgültig, Lebewohl zu meinen besten Freunden zu sagen......
Die letzte Nacht habe ich dann mit Packen verbracht (ich bin leider nicht der Typ, der 3 Tage vorher schon alles bereit hat). Und am nächsten Tag gings dann ab in den Bus nach New York. Nach 14 Stunden kamen wir dort morgens um 5 Uhr an. Dort hatte AFS eine große Halle gemietet, wo alle Austauschschüler von der Ostküste hingebracht wurden, also so ungefähr 1000. Es gab Schlaf- und Duschmöglichkeiten, und war ein großes Durcheinander. Etwa jede halbe Stunde fuhr ein Bus Richtung Flughafen ab.
Da hieß es dann: Bus China fährt um 10:15Uhr ab! Und alle chinesischen Austauschschüler wurden auf den Heimweg geschickt.
Wir PPP´ler kamen allerdings in den Bus nach Washington, D.C, wo wir noch für 3 Tage eine Abschlussorientation hatten. Dort haben wir u.a. die deutsche Botschaft, den Abgeordneten des Repräsentantenhauses unserer Region besucht, die Stadt besichtigt und vieles mehr. Das war noch einmal ein sehr gelungener Abschluss für das Jahr.
Und gings auch schon ab in den Flieger nach Hause.........
Am Samstag kamen wir um 6 Uhr morgens mit sehr wenig Schlaf in Frankfurt an. Das aufregendste war natürlich, Familie und Freunde wieder zu treffen! Der Samstag war dann natürlich noch sehr lang, mit all den neuen alten Sachen, die es wiederzuentdecken galt. Am Abend ging ich dann auch schon um 8 ins Bett, und habe sage und schreibe bis 12 Uhr mittags am Sonntag durchgeschlafen!
Die ersten Tage waren schon ein bisschen komisch, vor allem das Deutsche, aber nach ein paar Tagen hatte ich mich dann doch wieder ganz gut eingelebt. Das ging eigentlich schneller, als ich es erwartet hätte. In meinem Zimmer habe ich jetzt eine Wand mit allem, was ich dort so angesammelt habe, bestückt, und die andere werde ich mit hunderten von Fotos zupflastern, damit ich mich immer an die schönsten Momente zurückerinnern kann.
Im Nachhinein ging so ein Jahr dann nämlich doch ziemlich schnell vorüber, aber an die Erinnerungen und Bekanntschaften, die ich dort geschlossen habe, werde ich mich sicherlich mein Leben lang erinnern können.







