13.08. - 25.08.2010 Erster Bericht aus Cincinnati
Am Freitag, 13. August 2010, ging es also los in die USA. Wir durften um 01.30 Uhr in der Nacht aufstehen, weil am Frankfurter Flughafen Treffpunkt um 07.00 Uhr war. Wir waren etwa 15 PPP`ler, die nach NY flogen. Wir PPP`ler mussten leider mit der Lufthansa fliegen. Die „normalen“ AFS-Students fliegen nämlich mit Singapur Airlines.
Dort hat es an jedem Platz einen eigenen Bildschirm mit verschiedenen Filmen und lauter coolem Zeug, während es bei uns nur einen allgemeinen Bildschirm gab und an meinem Platz auch noch die Kopfhörer kaputt waren. Trotzdem war der Flug total schön, das Wolkenmeer ist wirklich unbeschreiblich. Insgesamt haben sich die 8 Stunden aber ganz schön gezogen (10.50 MEZ - 13.10 NY-Zeit). Am New Yorker Flughafen musste ich die anderen dann leider gleich verlassen, da ich den Flughafen wechseln musste. An einem kleineren Flughafen traf ich dann auf 5 andere Deutsche, die auch nach Cincinnati flogen. Dieser Flug ging um 17.30 Uhr los und wir kamen dann 2 Stunden später ziemlich erledigt in Cincinnati an. (Wir waren schließlich schon seit 25 Stunden auf den Beinen). Als wir das Flughafengebäude verließen, waren wir erst mal geschockt. Im Flugzeug war es ziemlich kalt gewesen und wir hatten Jacken an, draußen allerdings waren es mindestens 37° C! (Cincinnati liegt auf der Höhe von Lissabon.) Das war am Anfang echt schlimm: In den Häusern und Autos erfrierst du aufgrund der Klimaanlagen und wenn du raus kommst, kriegst du erst mal einen Hitzeschlag! 
Wir kamen dann erst einmal in ein Arrivalcamp, wo wir die anderen AFS-Students aus aller Welt getroffen haben, die nach Cincinnati kommen. Das sind insgesamt so etwa 20.
Am Sonntag wurde ich dann von meiner “2. Gastfamlilie” abgeholt, den Mathis, weil die Stones eine Hochzeit hatten. Bei ihnen hab ich dann übernachtet und am nächsten Tag hab ich die Stones getroffen. Die sind allerdings nur eine Welcome-Family (d.h. ich werde dort vielleicht nur 4 - 6 Wochen wohnen), weil eigentlich die Mathis meine Familie geworden wären, dann aber irgendwelche Probleme kamen und sie wohl bald umziehen werden, weshalb sie die Stones baten, ob sie mich erst einmal aufnehmen könnten. Vielleicht werde ich also später bei den Mathis wohnen - ich blick da selbst nicht mehr durch. Da aber beide Familien sehr nett sind, ist mir das nicht so wichtig. 
Jetzt sollte ich euch die Familien aber erst mal vorstellen:
Stones:
Die Stones haben ein sehr großes, schönes Haus und ich habe ein tolles Zimmer. Meine Gasteltern Linda und Lonnie sind 54 und 59 Jahre alt. Außerdem leben hier noch CJ (Caroline June), 19, die studiert, und Artemis, ein eigenwilliger, süßer, schwarzer Kater. Die beiden anderen Söhne wohnen nicht mehr daheim. Kevin, 24, ist verheiratet und lebt ganz in der Nähe, und Shawn, 22, studiert in Columbus, OH. Die Stones sind alle sehr nett und ich fühle mich hier sehr wohl.
Mathis:
Die Mathis haben ein nicht ganz so großes Haus, ich habe aber auch hier ein eigenes Zimmer. Die Eltern Susie und Richard sind ein bisschen jünger und ihre ältesten Kinder sind auch schon außer Haus, aber Lindsey, 17, ist sehr nett. Mit ihr und ihrer Freundin Jess, die praktisch bei ihnen lebt, unternehme ich sehr viel.
An einem Tag waren wir z.B. in King`s Island, das ist ein großer Freizeitpark, ganz in der Nähe. Dort gibt es einige Achterbahnen mit mehreren Loopings – das ist echt cool ;).
Außerdem war ich auch zweimal in Kenwood, das ist eine riesige Shopping-Mall ganz in der Nähe. Dort hab ich mir dann eine Menge Zeug gekauft - die meisten Klamotten sind tatsächlich billiger, allerdings summiert sich das alles dann doch.
In der Downtown of Cincinnati war ich leider noch nicht, ich hab sie aber schon mehrmals gesehen. Die sieht echt cool aus.
Es ist aber auch nicht so, dass mir langweilig wäre. Ich hab echt von morgens bis Abends 1.000 Sachen zu erledigen, mache viele Ausflüge und hab ne Menge Spaß.
Das meiste verstehe ich übrigens, was die Amis so sagen, allerdings muss man sich schon erst mal an den Cincinnati-Dialekt gewöhnen, da der sehr schnell und vor allem nuschelig ist. Am Anfang war ich immer erst mal überrascht, dass ich eine Sprache höre, die ich im ersten Moment nie verstanden hab, bis ich auf Englisch umgeschaltet hab. Am Anfang war es echt anstrengend dauernd irgendwelches unverständliches Zeug zu hören, aber man gewöhnt sich dran.
Die Ferien waren dann auch ziemlich schnell vorüber….
Heute, am Mittwoch, 25. August 2010, war mein erster Schultag. Ich bin ein Junior, d.h. in der 11. Klasse, das ist cooler, weil die Juniors zu den älteren gehören. Meine Schule, Deer Park High School ist mit 600 Schülern ziemlich klein, was aber einige Vorteile hat, weil man dann alle schneller kennt und sich nicht verlaufen kann. An der Schule ist noch ein anderer Austauschschüler aus der Schweiz, mit dem ich allerdings nur XTXH (extra-time-extra-help) zusammen hab.
Die Schule beginnt um 07.48 Uhr mit XTXH. Das ist eine 20-minütige Klasse in der man HA`s oder so Zeug machen kann. Ich check nicht ganz wofür das gut ist.
Danach hab ich Calculus (Mathe ist hier in Algebra und das aufgeteilt) und Physik. Allerdings sind das Klassen, die eigentlich nur von Seniors (12. Klasse) besucht werden, wie ich heute bemerkt habe. Ich brauche die Fächer aber für die Kursstufe, deshalb werde ich mich dort halt durchbeißen müsse;).
Danach hatte ich Englisch, d.h. die ersten 3 Fächer sind ziemlich unlustig. Die Stunden hier dauern meistens 50 Min. Die 4. Stunde, in der ich so was wie Erdkunde habe, dauert für uns allerdings 87 Min., weil wir die 2. Lunchzeit haben. Ich hab also um halb Zwölf für eine halbe Stunde Mittagspause. Danach hab ich sowas wie Gemeinschaftskunde, was ziemlich cool ist. Bei Französisch hab ich wohl eine zu niedrige Klasse genommen, dafür sind die Leute dort aber ziemlich lustig. In der letzten Stunde hab ich dann sowas wie ITG (am Computer) und um 15.03 Uhr ist dann aus. Diesen Tagesablauf werde ich also ab jetzt jeden Tag haben. 
Bis 17.00 Uhr hab ich dann noch Tennistraining. Das macht total Spaß und ich bin nicht einmal so schlecht darin. Nächste Woche werde ich vielleicht schon bei Matches mitspielen.
Mir könnte es also nicht besser gehen und ich genieße meine Zeit hier sehr.
Allerdings kommt der Schlaf ein bisschen zu kurz…
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