Max berichtet: Herausforderung heute - der Weg zur Post

Wenn man denkt, dass alles einfach ist im Bundestag, so hat man sich getäuscht. Nicht nur schwierige Recherchen sind Herausforderungen, sondern auch der Weg zur Post muss gemeistert werden. Ich verstehe alle verunsicherten Blicke. Ich dachte auch nicht, dass es so schwer ist.

Ich sollte zur Post gehen um Briefmarken zu kaufen. Ich dachte, dass ich aus dem Paul– Löbe– Haus gehen müsste und dann nach rechts oder nach links. Doch es kam ganz anders. Frau Vietzke erklärte mir den Weg: „Also Max. Du gehst auf die andere Seite im Haus, nimmst den Fahrstuhl und fährst in den 6. Stock, läufst bis an das Ende und dann biegst du nach links ab.“ Ab da war mir klar, was mir drohte. Es führte kein Weg mehr daran vorbei. Ich musste wohl oder übel über die Brücke in den 6. Stock um in das Marie– Elisabeth– Lüders– Haus zu gelangen. Da ist nämlich die Post-Filiale. Na gut. Es half ja alles nichts. Ich hatte sogar weiche Knie. Von weitem sieht die Brücke toll aus, vor allem, wenn Personen sie beschreiten. Ich habe auch schon eine Frau gesehen, die einen Schreibtischstuhl über sie geschoben hat. Doch wenn man selbst oben steht und einem der kalte Wind in das Gesicht schneidet und einem durch die Haare fährt ist die Brücke für Personen, die an Höhenangst leiden (und zu denen zähle ich, leider Gottes) nur noch beeindruckender und Angst einflößend. Ich hielt mich immer am Geländer fest und setzte den einem Fuß vor den anderen, in ganz kleinen Abschnitten.

 

Als ich es endlich geschafft hatte - zum Glück ist die Brücke nicht allzu lang - dachte ich, dass es nur noch ein Zuckerschlecken bis zur Post sei, doch dem war nicht so. Ich nahm wieder den Fahrstuhl in das Erdgeschoss, wie Frau Vietzke es mir erklärt hatte. Ab da sollte ich die Treppen nehmen und wieder ein Stockwerk hoch gehen. Das war ja alles schön und gut, doch leider gab es da mehrere Treppen. Schließlich hatte ich mich für die größte Treppe entschieden, die mich zum Glück auch zu meinem Ziel brachte. Puh... war ich erleichtert.

 

Naja und wie ich so bin, nicht nur faul sondern auch erkundungslustig, nahm ich den Fahrstuhl der gleich bei der Post war, in der Hoffnung, dass er mich wieder zum Übergang bringen würde. In den sechsten Stock brachte er mich auch. Doch da war leider kein Übergang in das Paul– Löbe– Haus. Also nahm ich den selben Fahrstuhl wieder, diesmal aber nicht mehr in den ersten Stock, da wo die Post ist, sondern gleich in das Erdgeschoss, um mir den Weg von dem ersten Stock in das Erdgeschoss zu sparen, doch leider kam ich irgendwo anders an, nur nicht da wo ich hin wollte. Ich stieg zum dritten mal in dieses mysteriöse Fortbewegungsmittel. Ich drückte auf den Ersten-Stock-Knopf und kam bei der Post raus. Diesmal beschloss ich mich, doch den Weg in das Erdgeschoss zu Fuß zurück zulegen, um sicher zugehen, das ich da raus kam, wo ich auch rauskommen wollte. Schließlich schaffte ich es wieder über die Überführung, zu meinem Arbeitsplatz, der das leider nur für drei Wochen ist. Und ich war froh diese Erfahrung gemacht zu haben. Schließlich habe ich auch dabei etwas gelernt: Nicht nur unser Rechtsstaat an sich ist hoch kompliziert, sondern auch seine Gebäude.

 

Max Haverkamp

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