Besuch in Todtnau
Während seines diesjährigen Todtnau-Tags besuchte der Bundestagsabgeordnete Armin Schuster einen Tag lang die Schwarzwaldstadt und erfuhr in zahlreichen Gesprächen, wo der Schuh im Wiesental drückt. Bei den Gesprächen mit Bürgermeister Andreas Wießner, den Ortsvorstehern Friedolin Kunz, Arthur Strohmenger und Franz Wagner sowie Tourismus-Chef Axel Rauch ging es um aktuelle Fragen der Hochschwarzwaldgemeinde: Stadtentwicklung, Förderung des Tourismus, Höhenlandwirtschaft, Offenhaltung der Landschaft und ein Parkraumkonzept für das Feldberg-Skigebiet. Begleitet wurde Schuster von Todtnauer Bürgerinnen und Bürgern sowie Vertretern der lokalen CDU.
Bürgermeister Wießner umriss zunächst das Stadtentwicklungskonzept der Gemeinde. Wießner lobte die Städtebauförderung des Bundes als bestes Instrument der Tourismusförderung. Todtnau habe in den vergangenen Jahren den Stadtumbau erfolgreich gestaltet und sei auch in Zukunft auf diese Mittel angewiesen. Auf seine Initiative hin hatte sich Schuster an Bundesbauminister Peter Ramsauer gewandt, um vor den Folgen einer drastischen Mittelkürzung für die Gemeinden im ländlichen Raum zu warnen. Schuster konnte nun teilweise Entwarnung geben, worüber sich auch Wießner erleichtert zeigte.
Der Geschäftsführer der Bergwelt Südschwarzwald, Axel Rauch, lieferte den Zuhörern die harten Fakten zum Tourismus in der Region. Ein großer Teil der Gäste kommt aus dem Südwesten und aus den Niederlanden. Dank des harten Franken reisten auch immer mehr Schweizer in den Schwarzwald. Der Leistungssport, wie Skialpin in Fahl, Biathlon am Notschrei sowie Downhill-Events am Hasenhorn trügen mehr zur Verbesserung des Images von Todtnau bei als jede Werbung. Schuster war begeistert vom neuen Mobilitätskonzept ZUMO. Seit kurzem können die Gäste Elektrofahrzeuge gegen eine Gebühr von 25 Euro pro vier Stunden entleihen und die Gegend erkunden.
Die versammelten Bürger waren sich einig, dass Todtnau touristisch auf einem guten Weg ist. Todtnaubergs Ortsvorsteher Strohmenger sah im Generationenwechsel, der bei vielen Beherbungsbetrieben anstehe, eine Chance, die Qualität des Angebots weiter zu heben und modernen Ansprüchen anzupassen. Als Ärgernis empfand er allerdings die vielen verrammelten Ferienwohnungen, die von ihren Eigentümern nur selten genutzt würden. Diese Rolladenstraßen passten nicht so recht zum sonstigen Trubel in der Hochsaison und würden von etlichen Besuchern als störend empfunden. Armin Schuster versprach, sich bei Berliner Kollegen aus dem Tourismusausschuss über praktikable Lösungsmöglichkeiten zu erkundigen. Zwangsmaßnahmen stehe er allerdings skeptisch gegenüber, vielmehr setze er auf die Einsicht aller Beteiligten, die Attraktivität der Region durch freiwilliges Engagement weiter zu steigern. Daher traf auch der Appell einer Todtnauberger Bürgerin bei Schuster auf offene Ohren, mehr für das Schwarzwälder Brauchtum zu tun und auf einen einheitlichen regionalen Baustil zu setzen. „Der Hochschwarzwald muss im härter werdenden Konkurrenzkampf noch unverwechselbarer werden und sein Image schärfen“, mahnte Schuster an.
Beim anschließenden Besuch in Aftersteg zeigte Ortsvorsteher Friedolin Kunz dem Bundestagsabgeordneten einige Beispiele des Wandels der Region. Der Glasbläserhof an der Durchgangsstraße ist seit einigen Monaten geschlossen. Die Gemeinde bemüht sich weiter, einen Betreiber zu gewinnen, der den einstigen Touristenmagneten neues Leben einhaucht. Ein positives Signal sah Kunz dagegen im Neubau der Ortsstraße, deren Bau nur durch großzügige finanzielle Unterstützung möglich geworden war.
Neben dem Tourismus spielt die Landwirtschaft im Hochschwarzwald immer noch eine große Rolle. Bundestagsabgeordneter Schuster betonte, dass der Wert der Höhenlandwirtschaft immer noch nicht ausreichend gewürdigt werde: „Die Landwirte, die die Steillagen bewirtschaften, arbeiten nicht nur sehr hart. Sie erwerben sich auch für die Offenhaltung unserer Schwarzwälder Bilderbuchlandschaft große Verdienste. Keine Gemeinde könnte diese Aufgabe mit eigenen Kräften schultern.“ Dass die Verbuschung der Steillagen nur unter großem finanziellen und persönlichen Aufwand einzudämmen ist, konnte Brandenbergs Ortsvorsteher Franz Wagner am Beispiel der Flächen gegenüber der Brandenberger Kapelle verdeutlichen. Schuster versprach, mit Regierungspräsidium, Landratsamt und BLHV in Kontakt zu treten, um vor Ort die Probleme zu begutachten und eine passgerechte Lösung zu erarbeiten.
In Fahl stand der Wintertourismus im Mittelpunkt. Die lokalen Vertreter mahnten eine Lösung der oft chaotischen Parksituation rund um das Feldberger Skigebiet an. Auch in Fahl könnte ein Parkhaus gebaut werden, um den Verkehr auf der Passhöhe zu entschärfen. Ortsvorsteher Wagner sprach sich auch für die Modernisierung der Skilifte und Beschneiungsanlagen aus. Armin Schuster kritisierte das Wintertourismus-Konzept der Grünen: „Todtnau ist eine Wiege des Skisports. Ein leistungsfähiges Skigebiet am Feldberg muss auch in Zukunft ein wichtiges Standbein des Wintertourismus im Hochschwarzwald sein.“ Zusammen mit Langlauf, Schneeschuhwandern und Wellnessangeboten könnte den Wintergästen ein attraktives Gesamtpaket angeboten werden und sie zu einem längeren Aufenthalt animieren. Was die Unterstützung der grün-roten Landesregierung für den Hochschwarzwald angeht, zeigte sich Schuster skeptisch. Die Ablehnung des Feldberger Parkhauses sei nur ein erster Warnschuss gewesen. Bei den bisherigen unionsgeführten Landesregierungen hätte der ländliche Raum immer im Fokus gestanden. Bei der neuen Landesregierung stehe zu befürchten, dass nun vorrangig Ideologien durchgedrückt werden sollten. Schuster versprach dagegen, sich weiter für sachgerechte Lösungen einzusetzen: „Wenn wir an einem Strang ziehen, wird der Hochschwarzwald auch in Zukunft für seine Bewohner und Gäste attraktiv sein.“







