Wirtschaftsspionage im Mittelstand

Veranstaltung mit Verfassungsschutz-Experten am 17.11. in Lörrach

Es klingt nach John Le Carré: Der junge Chinese, der während seines Praktikums bei dem südbadischen Mittelständler unbeobachtet seinen USB-Stick mit dem Firmen-PC verbindet, um still und heimlich sensible Firmendaten abzuzweigen. Oder der Mitarbeiter im Vertrieb, der abends in der Hotelbar nach Messeschluss irgendwo in Russland von einer fremden Schönheit über Ausschreibungsdetails für ein wichtiges Projekt ausgehorcht wird. Für die Mitarbeiter der Verfassungsschutzämter der Länder und des Bundes (LfV und BfV) gehören solche Geschichten zum täglichen Geschäft. Sie warnen vor den wachsenden Gefahren durch Wirtschaftsspionage und raten vor allem klein- und mittelständischen Unternehmen (KMU) zu mehr Wachsamkeit. Gerade die KMU tragen mit Ihrer Innovationskraft einen bedeutenden Teil zur wirtschaftlichen Stärke Deutschlands bei. Im Gegensatz zu den großen „Playern“ vernachlässigen aber besonders diese wichtigen Technologieschmieden, sei es aus Kostengründen oder schlicht aus Unwissenheit, den Schutz ihres Know-how. Bemerkt der Unternehmer, dass er Opfer wurde, ist es in der Regel zu spät - das geistige Kapital der Firma ist schon auf Servern außerhalb der EU und der Schaden bleibt beim Unternehmen.

Der jüngst vorgestellte Verfassungsschutzbericht 2010 zeigt erneut, dass der Forschungs- und Industriestandort Deutschland im Fokus fremder Nachrichtendienste und konkurrierender ausländischer Unternehmen steht, betont der Bundestagsabgeordnete Armin Schuster. Danach hat sich insbesondere die „elektronische Spionage“ in den vergangenen Jahren zunehmend verschärft. Daneben hat jedoch auch der „klassische“ Innentäter weiterhin Konjunktur. So gelangt nach aktuellen Studien Firmenwissen zu 70 Prozent von Mitarbeitern aus dem eigenen Unternehmen in fremde Hände. „Daher ist es vor allem für mittelständische Unternehmen entscheidend zu wissen, welche Personen, Informationen, Dokumente oder Prozesse besonders geschützt werden können und müssen und wie mit fremden Geschäftspartnern sicher umzugehen ist“, unterstreicht Schuster. Manchmal reichen bereits einfache technische Schutzmaßnahmen, meistens jedoch gilt es zunächst das Bewusstsein der Führungskräfte und Mitarbeiter für die bestehende Gefahrenlage zu schärfen.

Armin Schuster MdB: „Mir ist es gelungen, einen herausragenden Fachmann für den kommenden Donnerstag nach Lörrach einzuladen.“ Der Referatsleiter vom Bundesamt für Verfassungsschutz ist spezialisiert auf Wirtschaftsspionage und wird über Gefahren und Lösungen aus der Praxis berichten. Im Anschluss steht er zu vertraulichen Gesprächen zur Verfügung.

Die Veranstaltung findet am kommenden Donnerstag, 17.11.2011, um 19:00 Uhr bei BBV-Lörrach e.V. (Südbau), in der Robert-Bosch-Str. 3 in Lörrach statt.

Die Veranstaltung ist öffentlich. Teilnehmer sind herzlich willkommen.

 

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